Susa Templin x Motel One Frankfurt-Messe

Zwei stilisierte Stierkopfsymbole vor einem hellen, abstrakten Hintergrund, die Stärke und Energie symbolisieren.
Seit ihrem Studium untersucht Susa Templin, was Fotografie im Raum alles kann. Im Motel One Frankfurt-Messe werden ihre analogen Frankfurt-Aufnahmen zu einer Arbeit aus transparenten Tafeln, die sich überlagern: Börsenviertel, Münzen und Spiegelungen aus Schaufenstern ergeben zusammen ein Porträt der Stadt.
Zwei stilisierte Stierkopfsymbole vor einem hellen, abstrakten Hintergrund, die Stärke und Energie symbolisieren.
Frau in schwarzem Pullover und Hose steht lächelnd in einem hellen Raum, umgeben von großen, durchsichtigen Bildern und gerollten Papierbögen, wirkt kreativ und selbstbewusst.

Steckbrief

  • geboren 1965 in Hamburg, lebt und arbeitet in Berlin und Frankfurt am Main
  • Studium an der Städelschule in Frankfurt am Main und an der Hochschule der Künste Berlin (1987–1993)
  • Fokus auf Fotografie in raumgreifenden Installationen: Sie de- und rekonstruiert den fotografisch erfassten Raum analog und digital und untersucht ihn auf die dritte und vierte Dimension
  • Ausstellungen u. a. im Städel Museum, in der Kunsthalle Mannheim, in der Berlinischen Galerie und im Museum Folkwang
  • Werke in öffentlichen Sammlungen, u. a. Städel Museum, Berlinische Galerie und Sammlung Zeitgenössische Kunst des Bundes
  • Auszeichnungen u. a.: Internationaler Welde-Kunstpreis für Fotografie (2013), AAResidency des Auswärtigen Amtes (2019), Kunstförderpreis der Frankfurter Künstlerhilfe (1993)

7 Fragen an Susa

Wie lautet der Titel deines Kunstwerks? Was ist die besondere Bedeutung dahinter?
„Frankfurt City-Layers“ ist der Titel der Arbeit, die ich für das Motel One geschaffen habe. Ein assoziatives Kaleidoskop zum Wesen der Stadt Frankfurt als internationalen Handelsplatz sollte entstehen: eine künstlerische, schmunzelnde Wandarbeit, in der es viel zu Gucken und Entdecken gibt.

Was sind die zentralen Elemente, und welche Botschaft oder Emotion möchtest du damit vermitteln?
Die „Frankfurt City_Layers“ sind eine Collage aus eigens für diese Arbeit gefertigten Fotografien, die ich mit meiner analogen Kamera in Frankfurt für das Projekt aufgenommen habe. Diese Bilder entstanden in der Gegend der Frankfurter Börse: sie spiegeln diesen Handelsplatz mit allen aufscheinenden Assoziationen wider. Diese Stadt-Fotos werden mit Bildern von dem, was „Geld“ zu sein scheint und was es darstellt kombiniert: „Tand, Glitzer, Schimmer, Goldiges, Schillerndes“: Spiegelungen in Schaufenstern, schillernde Reflektionen des städtischen Lebens in Luxusgeschäften („was man mit Geld kaufen kann“), Münzen aus aller Herren Ländern und das Gebäude der Frankfurter Börse.

Was hat dich inspiriert, dieses Kunstwerk zu schaffen?
Ich habe dieses Kunstwerk auf Einladung der Kunst-Kuratorinnen des Motel One entwickelt. Die Anfrage war, ein künstlerisches mehrteiliges Bild der Finanz-Metropole Frankfurt zu erschaffen. Ich dachte sofort daran, dass es ein farbiges, kaleidoskopartiges sich im Raum auffaltendes Werk werden sollte.

Designhotel Frankfurt-Messe Motel One Rezeption mit dunklem Tresen, indirekter Beleuchtung und farbenfroher, künstlerischer Wanddekoration.
Eine Frau steht auf einer Leiter und befestigt eine große, spiegelnde Acrylplatte, die abstrakte Reflexionen zeigt, in einem hellen Innenraum.

Welche Materialien und Techniken haben Sie für das Kunstwerk verwendet?
Es sollte eine leichte, schwebende Reflektion über diesen internationalen Handelsplatz Frankfurt werden, die Stadt ist zugleich sehr modern und hat ebenso mittelalterliche Wurzeln, die erste Buchmesse wurde hier um 1500 gegründet! Daher sollte die Schichtung von Zeit und Architektur sichtbar werden: die Arbeit ist eine Vielzahl transparenter Polycarbonat-Tafeln mit einem thermischen UV-Druckverfahren gedruckt.

Gibt es besondere Geschichten oder Herausforderungen, die während der Entstehung des Kunstwerks aufgetreten sind?
Für mich, die ich in Frankfurt am Städel studiert habe und die teils in Berlin und teils in Frankfurt lebt, war es ein spannender Prozess des Einarbeitens in die Stadtgeschichte! Welche Gebäude sind da, seit wann sind sie da, es gibt eine wechselvolle Geschichte dieses internationalen Handelsplatzes – wo sind Spuren und Architekturen? Wie kann man die Idee von „Geld“ und „Währungen“ und „Handel“ spielerisch abbilden? Und zuletzt: „Es ist nicht alles Gold, was glänzt“ ;-)

Wie kam der Auftrag zustande? Was hat Sie dazu bewegt, an diesem Projekt teilzunehmen?
Ja, das kann ich natürlich nur halb beantworten, da ich nicht die Auftraggeberin bin ;-) Die Kunst-Kuratorin des Motel One, Birgit Meßmer, hatte mich angeschrieben und gefragt, ob ich Lust hätte, mich auf eine kleine Reise in die Geschichte und die Atmosphäre der internationalen Handelsstadt Frankfurt einzulassen: Wir haben uns vor Ort getroffen und unsere gemeinsamen Ideen sprudelten sofort. Also habe ich mich an die Arbeit gemacht, zum Konzept, Motive und Form vorzuschlagen.

Inwiefern spiegelt Ihr Werk die Atmosphäre, den Stil oder die Philosophie von Motel One oder des Standorts wider?
Mit der vielschichtigen mehrteiligen Arbeit „City_Layers“ habe ich ein vielschichtiges kaleidoskopartiges Bild der Finanz-Metropole Frankfurt erschaffen. Elemente der Skyline der Großstadt überlagern sich mit farbigen Ausschnitten und Details: gläserne Fassaden, die Börse Frankfurt, der Bulle und der Bär, abstrahierte Münzen, Währungen und urbane Architektur – die Handelsstadt spiegelt sich in aufscheinenden Assoziationen wider: eine schillernde, farbige Reflektion der Stadt Frankfurt als Börsenmetropole wird zur vielschichtigen künstlerischen Komposition. Die Anordnungen der Bildtafeln und Farben, die ich gewählt habe, sind für mich Kompositionen, die sich in die Lobby des Motel One einfügen sollen. Es gibt einige Farben, wie das Türkis, mit denen man an das Motel One assoziiert. Die Kunst und der Ort sollten ja eine Einheit ergeben.